eFuels in Bau- und Landmaschinen
Bau- und Landmaschinen (Non-Road Mobile Machinery, NRMM), etwa Traktoren, Bagger, Kräne oder Motorsägen, sind unverzichtbar für Bereiche wie Bau, Landwirtschaft, Logistik und Verteidigung. Darüber hinaus spielen sie eine zentrale Rolle beim Ausbau der Infrastruktur für erneuerbare Energien. Ohne Maschinen wie Bagger, Kräne oder Radlader lassen sich Solarparks, Windkraftanlagen und andere Projekte der Energiewende nicht umsetzen.


Dekarbonisierung mobiler Maschinen mit eFuels
Eine gemeinsame Studie mit Porsche Consulting hat die Einsatzmöglichkeiten verschiedener Antriebstechnologien für Bau- und Landmaschinen untersucht. Viele der Maschinen kommen in abgelegenen Regionen zum Einsatz oder müssen unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeiten. Für leistungsstarke Anwendungen, etwa Traktoren über 148 Kilowatt, bleiben Verbrennungsmotoren deshalb häufig alternativlos. Die Studie zeigt: Aufgrund der vielfältigen Anforderungen lässt sich der Sektor nicht vollständig elektrifizieren. Laut der Studie werden bis 2050 nur 40% der Flotte elektrifiziert sein. Zugleich sind Bau- und Landmaschinen für über 2% der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Viele Maschinen sind mehrere Jahrzehnte im Einsatz, wodurch auch der bestehende Bestand langfristig Emissionen verursacht. Die große Zahl an Maschinen, ihr hoher Energiebedarf und die langen Nutzungsdauern verdeutlichen, dass CO₂-Minderungen im Bestand dringend notwendig sind.


Ein technologieoffener Weg für Bau- und Landmaschinen
Eine Studie von Frontier Economics hat die Lebenszyklus-Emissionen verschiedener Antriebstechnologien von Bau- und Landmaschinen untersucht. Dabei wurde deutlich: Auch bei rein elektrischen Maschinen verursachen vor allem Herstellung und Entsorgung der Batterien erhebliche Emissionen. So liegen die Gesamtemissionen batteriebetriebener Mobilkräne, selbst bei Betrieb mit 100% Ökostrom, zum Teil über denen vergleichbarer Maschinen, die mit eFuels oder hybrid mit grünem Wasserstoff betrieben werden. Ähnliches gilt für Radlader: Modelle mit Verbrennungsmotoren, die mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden, erreichen in vielen Fällen eine ähnlich gute oder sogar bessere Klimabilanz als ihre elektrischen Pendants. Vor allem bei langjährigem Einsatz, in abgelegenen Regionen oder bei einer Zweitverwendung außerhalb Europas.
Selbst bei höheren Effizienzstandards wird der NRMM-Sektor laut Porsche Consulting im Jahr 2050 noch einen Energiebedarf im Umfang von rund sieben Milliarden Litern Kraftstoff pro Jahr haben. In Anwendungsbereichen, in denen batterieelektrische Lösungen an Grenzen stoßen, sind eFuels eine klimaneutrale Alternative.
Unsere Empfehlungen
- Verbindliche Quoten für erneuerbare Kraftstoffe einführen: Bau- und Landma-schinen sollten in die Vorgaben der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III, Richtlinie (EU) 2023/2413) und deren nationale Umsetzung einbezogen werden. Quoten für fortschrittliche Biokraftstoffe und eFuels setzen klare Marktsignale und fördern Investitionen.
- Produktion durch Förderung und steuerliche Anreize unterstützen: Finanziel-le Programme wie der EU-Wasserstofffonds oder der Innovationsfonds sollten gezielt den Markthochlauf klimaneutraler Kraftstoffe unterstützen. Gleichzeitig ist eine Überarbeitung der EU-Energiesteuerrichtlinie (Richtlinie 2003/96/EG) notwendig, um erneuerbare Kraftstoffe gegenüber fossilen steuerlich zu begünstigen.
- Öffentliche Beschaffung als Hebel nutzen: Bau- und Landmaschinen, die mit erneuerbaren Kraftstoffen betrieben werden, sollten in öffentlichen Ausschrei-bungen berücksichtigt werden. Vorbild ist die Clean Vehicle Directive im Stra-ßenverkehr (Richtlinie (EU) 2019/1161).
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